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der neue Dobson im Garten  

5.Juli 2008  "Oleanderdobson"

Mittlerweile habe ich einen neuen besseren und etwas kleineren Fangspiegel in das Gerät eingebaut. Heute hab ich zum ersten mal ein "Riesenbaby" im Garten stehen. (Scherzerl)  Sternspechteln bei mir im Garten ist eine wunderbare Sache. Im Winter hab ich immer die Möglichkeit einer warmen Stube und ganzjährig die perfekte Okular und Zubehörlogistik. Hier Zuhause kann ich ja nie etwas vergessen, alles ist verfügbar. Vor allem im Sommer schirmen die Bäume und Sträucher die nahen Straßenlaternen ab und die etwas schlechtere Himmelsqualität machen oben angeführte Vorzüge wieder bei weiten wett. Die Beobachtungszeit läuft ungefähr so ab: Gerät 2 Stunden vorher aufstellen, auskühlen lassen, daher an die Umgebungstemperatur anpassen lassen. Die Teleskope quittieren jeden einzelnen Grad Temperaturdifferenz mit flimmern im Okular. Bei den eingestellten Objekten gilt immer wenig Vergrößerung zum Anfang, später dann steigern derselben und am Schluß alles gesehene im Beobachtungsbuch notieren. Dabei schreibe ich immer auf ein Konzeptpapier welches ich dann am nächsten Tag händisch in mein Büchl übertrage.

22:30 Uhr bis 0:50 Uhr, Temperatur 18Grad bis 16Grad, kein Wind, ein Eckstern am Polaris fehlt dh. ca. 5,0 mag Grenzgöße

M 13 - großer Herkuleskugelsternhaufen im XW30 bei 61fach nicht voll aufgelöst, aber schon den typischen "Sternenstaub", also am Rand aufgelöst. Im Nagler 22 bei 83fach auch noch nicht voll aufgelöst. Im XW14 dann voll aufgelöst, das heißt einzelne Sterne bis ins Zentrum erkennbar, das Ganze bei 130facher Vergrößerung. Im XW7 dann bei 261fach - richtig drinnen im Kugelsternhaufen- voll aufgelöst!

Vega  - Alpha Lyrae - startest - Weg des Okularauszugs ca. 1 : 2 , dh. so ca. Lambda 1/5. 

M 92 - macht sich wirklich gut im XW7, voll aufgelöst auch bei direkten Sehen.

NGC 6229 - der dritte im Herkules, ein Schneeball im 22er, nicht einmal im 7er Okular ist er ganz scharfzukriegen.

M 10 - Kugelsternhaufen im Schlangenträger ganz fein aufzulösen, sowohl im 7er als auch im 14er

M 12 - etwas kleiner der nächste Kugelsternhaufen 

Das XW7 passt sehr gut zum großen 16 Zöller, ich dachte diese hohen Vergrößerungen kann man bei der Brennweite vergessen, aber weit gefehlt!

M 5 - der nächste Kugelsternhaufen, rasch gefunden mit dem Winkelsucher - sehr schön

M 107 - der südlichste Kugelsternhaufen im Schlangenträger - mein Gott, ein erbärmlich schwaches Fleckerl im Lichtsumpf über Wien! Klar, das ich den im 10Zöller nie gefunden habe.

M 11 - der Wildganshaufen, detto tief im Lichtsaum von Wien. Was war der nicht wunderbar in La Palma letzten November.... Aber im XW14 bei 130fach ist dieser kompakte dichte Sternhaufen trotzdem sehr schön.

NGC 6751 - planetarischer Nebel gleich neben M11- gefunden. Immerhin bei der Lichtverschmutzung ist jedes südliche gefundene Objekt ein Erfolg!

Premiere!!

Barnard 142-3  - ein dreiteiliger Dunkelnebel gleich neben Tarazed. Das erste mal, das ich versuche Dunkelnebel zu finden. Ein paar "finstere" sternlose Regionen mitten in der Milchstraße.

M 22 - die große Kugel an der Kaffekanne des Schützen - sollte der hellste Kugelsternhaufen sein, bei mir im Garten voll im Lichtsmog.

Brrr ist das kalt, 16Grad und feucht, die neue Daunenjacke kommt in Aktion. Ich hab extragünstig eine McMurdo Daunenjacke bei www.globetrotter.de ergattert, sie ist zwar "schrecklichbraun" aber das sieht nächtens ja eh niemand.

M 28 - der nächste tief im Süden stehende Kugelhaufen, besser sind diese Objekte in Schrick zu sehen.

M 51 - die Doppelgalaxie, nur verwaschen im XW14, zu hell, zu feucht diese Nacht?

Cirrusnebel - perfekt mit dem UHC-Filter am XW14

NGC 6888 der "Kipferlnebel" auch fein mit selbiger Kombination

M 71 - Kugelsternhaufen im Pfeil - sehr fein bei 130fach

M 27 - die Hantel, mit dem OIII Filter ganz finster, zeigt Struktur

M 57 - das Ringneberl mit dem XW 14 sehe ich drinnen einen Stern

Jupiter - was für ein Erlebnis diese Nacht 5./6.Juli dürfte super seeing herrschen, der Planet ist trotz südlicher Position voll scharf zu sehen, eine echte Freude.

M31/32/110 - wieder mal macht die Andromedagalaxie den Abschluß 

So ähnlich verlaufen alle Beobachtungsnächte bei mir zuhause, ich schreib mir alle ganz genau auf, nur auf die Homepage stelle ich vereinzelte Berichte, sonst wird es zu mühsam. Diese Bericht ist also eine Art Referenz und wie man sieht bin ich nicht auf der Jagd nach extremen Objekten sondern klappere meistens die schönen bekannten Objekte ab. Es dient rein zur Entspannung und ist für mich der volle Fernsehersatz auf den ich seit Jahren fast komplett verzichte. Von Zeit zu Zeit kommen neue Objekte hinzu, somit ist ständiger Lernfluss gegeben. Vor allem das Teleskop positionieren ohne Computer und Motoren ist eine Fähigkeit die ich mir damit langsam aneigne. 

 

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