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LA PALMA 2011 Fortsetzung

Dienstag 25. Oktober 2011 am Eingang zum Vulkancenter San Antonio

20:30 Uhr Temperatur 19 Grad schwacher Wind

 

Nach einem durchwegs sonnigen Tag am Pool mit 27 Grad, wollen wir wieder Sterne beobachten. Der 12" Reisedobson ist schnell ausgepackt, die Justierung geht auch schon recht flott. Um das Ungleichgewicht mit dem 2" Okular auszugleichen, habe ich mir in Los LLanos beim "Chinesischen Ramschhändler"  ein Pickbandl besorgt, mit diesem wird unten an der Rockerbox ein passender Stein befestigt. Aber eigentlich ist der Dobson heute gar nicht mehr soo instabil, das war mehr oder weniger der starke Wind letztes mal.

Erstes Objekt ist die Venus, sie steht schon recht beachtlich hoch, ist aber noch nicht strahlend hell, Phase kann ich als fast voll erkennen. Kurze Zeit später ist sie aber schon in den Wolken, die am Horizont liegen verschwunden. Die Milchstraße ist bereits sichtbar und was das wichtigste ist, heute ist es schön warm, nur mit der Softshelljacke bekleidet ist es recht angenehm.

Wieder bin ich vom Skorpion im Süden fasziniert, der Kugelsternhaufen M 62 - 3,5´groß,  zwischen dem Stachel und der Krone, ist mein nächstes Ziel.

NGC 6334 Katzenpfotennebel mit XW 30 und UHC-Filter, genau an der Stelle sehe ich Dunkelnebelstrukturen und leichte hellere Gebiete, alle aber sehr schwach

Gut wieder mal den Lagunennebel, mit UHC-Fliter bei 50fach ganz toll, Trifidnebel heute sogar bei 50fach eindeutig die Dreiteilung, so macht beobachten Spass, schön warm, kein Wind!

Adlernebel, es macht echt Freude, keine Kälte, toll

So jetzt macht es mächtig plumps! Beim schwenk hinauf zum Sternbild Pfeil, Objekt M 71, ist das improvisierte Gegengewicht runtergefallen, da war das chinesische Pickbandl doch kein so guter Kauf, aber egal es geht auch so ganz gut.

M 27 der Hantelnebel sehr kontrastreich im XW 30 und OIII-Filter, dann noch bei 107fach ohne Filter, fast besser, die Form des angebissenen Apfels ist sehr schön erkennbar

M 57 der Ringnebel, mit 107fach und später mit dem Naglerzoom 3mm Stellung daher 500 fache Vergrößerung, bei windstille geht das recht fein aber Zentralstern kann ich trotzdem keinen rauspicken, 12 Zoll sind eben nur 12 Zoll Öffnung.

M 13 sehr schön aufgelöst bei 107fach, nichts wackelt (Wind), nichts zittert (Kälte), ein richtiger Genuss heute, NGC 6229 der kleine Kugelsternhaufen mit 107fach nicht aufzulösen, höchstens indirekt leichtes Sternengrieseln am Rand

Andromedagalaxie (muss natürlich auch sein, ein feines Spazierensehen über die schönen Objekte halt,) im XW 14 bei 107fach recht kontrastreich

NGC 891 Galaxie in Kantelage, 107x indirekt ein schwacher länglicher Fleck, begrenzt von zwei Sternen und auf der linken Seite doch darüber laufend, viel gibt das nicht her, was ist los?

Von Norden ziehen jetzt Wolken herein, die Luft ist feucht und am Autodach legt sich Tau an. Am Spiegel und den Okularen macht sich nichts bemerkbar, aber die Durchsicht nimmt doch merkbar ab.

Immer wieder die Suche nach dem Pegasusviereck, wieso? Im Kasten sind ca. 11 Sterne direkt zu sehen, indirekt zähle ich insgesamt so an die 15 Sterne und das verwirrt schon, schließlich sind wir ein leeres Viereck gewohnt....

Der 12 Zoll Dobson ist halt leider sehr niedrig, somit ist das beobachten unter 45 Grad ohne "Observerchair" schon sehr mühsam. Entweder man sitzt voll am Boden oder man ist in der Halbhocke, da tun einem nach kurzer Zeit schon die Füße weh.

Ein Versuch am Epsilon Lyrare teilt das Vierfach-Sternsystem locker. Der Fangspiegel stammt ja von Antares USA mit der Genauigkeit 1/20 Lamba und der Hauptspiegel von GSO dürfte auch einer der besseren sein.

Hier sieht man noch sehr schön den Versuch das Gleichgewicht mit einem aufgeklebten Stein zu verbessern.

Weiter gehts mit M 13 zum zweiten Mal, der wird nie fad und dann noch NGC 6229 der winzige KS 1´klein, mit 107fach nur leicht am Rand angefranzt.

Jupiter im XW 14 sehr schön, auch im Nagler Zoom auf 6mm, das seeing ist in der feuchten Nacht sehr gut.

So jetzt stellen wir mal auf höhere Deklinationen um, damit uns nicht das Kreuz abreißt. 21:45 Uhr die Himmelsqualität lässt weiter nach, irgendwie milchig der ganze Sternenhimmel, aber trotzdem ist die Wintermilchstraße über Cassiopea bis Perseus sehr schön zu sehen.

Günther hat seinen 10x50er Fujinon Feldstecher mit, das Milchstraßen durchforsten geht damit wunderbar, Bernards E ist darin ein Hit.

Im Museum unten geht jetzt wieder das Licht an, es scheint also normal zu sein, daß ab 22:00 Uhr hier beleuchtet wird. Wir haben uns diesmal etwas höher hingestellt, da stört das nicht mehr so arg. Im Süden steigen Dunst und Wolken auf, die Grillen zirpen hier sehr laut, aber ansonsten ist es ein stiller Platz.

Doppelsternhaufen h & chi bei 107fach ein Traum,  M 103 in der Cassiopea mit  50x und 107x sehr schön.

NGC 457 ET-Cluster oder Eulenhaufen bei 107fach, NGC 281 der Pacman ein schwacher Nebel bei 107x, bei 50x mit UHC-Filter schon viel besser.

Cocoonnebel IC 5146-nichts, nur die Dunkelnebelstrukturen sind toll zu sehen.

Zur Abwechslung mal Albireo, sehr schön der blaue und goldene Stern bei 107fach.

Die Wolken ziehen jetzt auch von Norden bis zum Herkules herauf, 22:25 Uhr noch immer sehr warm.

NGC 7000 der Nordamerikanebel mit UHC-Filter bei 50fach, sehr scharf die Bucht von Mexico, die anderen Gebiete großflächig und immer wieder der Übergang zum normalen Hintergrund.

NGC 6888 Cresentnebel - der Unterschied zum 16 Zoll Dobson ist schon markant, hier im XW 30 mit UHC recht klein

Jupiter hat jetzt ein großes Halo, weiter ziehen Wolken heran und GELSEN, ach Gott kaum ist mal kein Wind sind die Plagegeister dabei!

Genau im Süden die Sternbilder Kranich und Mikroskop, detto Skulptor-Bildhauer IC 5148/50 planetarischer Nebel 2´groß im Kranich, ähnlich dem Ringnebel

NGC 7009 der Saturnnebel, im XW30 wie ein dicker blauer Stern, bei 107x besser und mit dem Nagler bei 250x wie ein blaues Eier

NGC 7293 der Helixnebel im XW 30 mit OIII Filter 12´groß sehr schön anzusehen

NGC 891 Galaxie nochmals bei 107fach ein schwaches Stricherl, absolut kein Staubband auszumachen

NGC 1023 helles Zentrum, sonst nichts, gleiche Vergrößerung

NGC 925 ein abgott fürchterlich schwaches Fleckerl, 12 Zoll Öffnung und schlechte Durchsicht bringen hier das geringste Ergebnis

Jupiter ist dafür perfekt, herrliches seeing, durch die Feuchte steht der Gasplanet selbst bei 375fach mit 4mm Stellung am Naglerzoom wie gestanzt im Okular. Wahnsinns scharf, zwei dunkle Verwirbelungen im unteren Band, darüber hinaus weitere schwache Bänder.

Im Fuhrmann grase ich noch M 38 und M 36 bei 50x ab, bevor der Himmel endgültig zumacht, gerade die Sicht zum Perseus und Stier ist noch frei

ein kurzer Schwenk zu den Plejaden und dann bauen wir ab

0:15 Uhr sitzen wir wieder im Auto, ab ins Hotel.

Donnerstag 27. Oktober 2011                 Besuch des GRANTECAN

mit Führung durch Sheila Crosby         www.starisland.co.uk                   Anmeldung bitte direkt bei der IAC  HIER

das Gran Teleskopio Canarias, kurz GRANTECAN genannt, mit 10,2 Meter Spiegeldurchmesser, allerdings bestehend aus 36 Einzelspiegeln á 1,44m,
hier schön zu sehen die Einzelspiegel
Gesamtgewicht des Teleskops 500 Tonnen
atemberaubend die Vorführung des Teleskops in Bewegung
der Fangspiegel mit den Aktoren
Sheila Crosby beim Vortrag
das Herschelteleskop, das DOT, das Liverpool und das Sonnenteleskop der Schweden
der Teide, höchster Berg Spaniens auf Teneriffa
am Roque wird gebaut, neue befestigte Wege für die Besucher
das italenische Galileo 3,50m Spiegelöffnung

noch das Dutch Open Telescope  und im Hintergrund das schwedische Sonnenteleskop 1,0 m Öffnung

das William Herschel Teleskop 4,2m Spiegelöffnung
Wolkenobergrenze in der Caldera

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