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Nachtrag:

Ich habe mich fast zwei Jahre auf diese Astroreise gefreut, ein eigenes 12" Reise-Teleskop dafür gebaut und bin im nachhinein extrem enttäuscht. Wir hatten zwar einen wunderbaren Urlaub, aber vom astronomischen Gesichtspunkt war es ein Flop! Mit dem Schlechtwetter ist es da am Glockner wesentlich einfacher. Falls es dort mal nicht passt, bin ich mit dem Auto schnell wieder zuhause und die Kosten sind eigentlich nur so viel wie der Flug alleine nach La Palma gekostet hat.

Es sei hier noch kurz angemerkt, daß wir lieber den Service in einem wunderschönen Hotel mit all den Pools und gastronomischen Einrichtungen genossen haben, als hoch oben in einer Finca ohne Buffet zu sitzen. Die Tagestemperaturen im Hotel an der Südspitze der Insel liegen im Oktober-November zwischen 25 und 30 Grad, die Pooltemperaturen lagen bei 24-25 Grad und selbst in der Nacht kühlt es nur sehr wenig ab. Somit konnten wir wenigstens einen tadellosen Badeurlaub geniessen! Oben in den Wohngebieten, dort wo die meisten Fincas liegen, hat es tagsüber meist nur 18-22 Grad und je höher die Anlage liegt, ist es dementsprechend kühler.

Die Wettersituation ab Oktober-November auf La Palma würde ich als extrem instabil bezeichnen. Wir hatten 6 schlechte Tage und 7 Tage Sonnenschein und zwar immer abwechselnd!

Die Nächte am Roque de los Muchachos sind beide in die Hose gegangen, einmal wegen extremer Kälte und der fehlenden dementsprechenden Kleidung und einmal wegen Wolkenaufzug. Von den drei Nächten in Fuencaliente war nur eine wirklich perfekt und selbst da war es gegen Mitternacht zu Ende.

Ich kann jeden nur abraten ausschließlich wegen der Sterne und der Hobbyastronomie nach La Palma zu reisen, man bedenke nur allein das Transportschadensrisiko und die exorbitanten Kosten für jedes Mehrgepäck! Am Ende hat man dann eine kaputte Astroausrüstung, eine Stange Geld weniger und nur den vollen Frust wegen dem Schlechtwetter.

Noch etwas zum Flughafen von La Palma, der hat zwar ein nagelneues Abfertigungsgebäude, die Piste ist jedoch nur 2.200m lang. Somit ist sie für größere Passagierflugzeuge nicht anfliegbar. Sobald Seitenwind herscht, ist sie überhaupt für die A-320 gesperrt.

Dies mussten wir bei unserer Heimreise leider zur Kenntnis nehmen, ein großes Tiefdruckgebiet im Nordatlantik und schon war es soweit. Der negative Ruf von IBERIA hat sich dann auch noch erfüllt, wir mussten 6 Stunden ohne Information abwarten, schlieslich auschecken und erst am nächsten Tag via Teneriffa (mit Binter) dann die Heimreise antreten. Die freundlichen Damen vom La Palma Flughafen haben uns aber mit einem Busfahrplan! zu den nächsten Hotels "ausgeholfen". Der Airport ist über Nacht geschlossen und ein Vorabendcheckin des Gepäcks gibts auch nicht. Statt den Bus (50kg Gepäck!) haben wir dann ein Taxi nach Los Cancajos zum Hotel Taburiente genommen und uns dann (auf eigen Kosten natürlich alles) über Nacht eingecheckt. Die Fluglinie Binter, am nächsten Morgen, war dann ganz ok, die haben uns mehr Verpflegung auf den 50km gegeben, als IBERIA auf mehr als 4.000km. Auserdem war das Gepäck weder zu schwer, noch nach dem Flug kaputt. In Teneriffa angekommen ging der ganze Verspätungs-Flugausfalls-Wahnsinn dann weiter, in Madrid war für alles aus Deutschland eine weiter Hotelnacht angesagt, wir "Wiener" konnten spät Abends dann doch nach Hause fliegen. Gesamtreisezeit 37 Stunden! Und meine Telseskopstangen waren am Schluß auch noch weg.

Zum Glück sind die dann zwei Tage später doch unversehrt angekommen, aber der Urlaubseffekt war dann natürlich auch nicht mehr das was er sein sollte.