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LA PALMA 2011

Zum dritten mal bin ich jetzt in La Palma im Princess Hotel bei Fuencaliente auf Urlaub. Dieses Jahr bin ich mit meinen Astronomiekollegen Marion und Günther Petz angereist.

Im Gepäck habe ich einen nagelneuen 12" Martini-Reisedobson, Günther hat seine Astrotrac-Montierung mit der Canonkamera mit, somit steht diesmal einer anständigen Sternbeobachtung nichts im Wege. Die letzten Male hatte ich ja entweder nur den Feldstecher oder den 75mm Pentax Refraktor im Gepäck. Leider hat mir das ganze Übergepäck auch zusätzlich 120,- Euro gekostet-pro Richtung! Der Hauptkoffer mit der Rockerbox hatte 30kg und die Dobsonstangen, sorgfälltig in einer Anglertasche verpackt, wurden bei IBERIA einmal mit "heavy" und einmal mit 2. Gepäckstück á 60,- verrechnet. Zu alldem kam dann noch ,daß die Angeltasche total zerfetzt und 2 Dobsonstangen verbogen ankamen......

Aber wer nach La Palma will muss das halt heute in Kauf nehmen.

 

Das Princess Hotel in Fuencaliente hat die Wirtschaftskrise auch voll abbekommen, nicht die Anlage, der Garten und die Zimmer sind nach wie vor wunderschön, sondern das gewisse etwas fehlt. Vom Buffett kann man so grade überleben und ein Teil der Gastronomie ist stillgelegt, das schaut recht öde aus.

 

Also mal zur ersten Beobachtungsnacht am Roque de los Muchachos:

Samstag den 22. Oktober 2011

Um 16:30 Uhr verlassen wir die Prinzessin (unser Hotel) um über Los Llanos, El Time und Puntagorda auf den Berg zu fahren. Eine schier endlose, ausnahmslos kurvige Strecke. Es gibt auf der Insel ja fast keine geraden Strecken und diese Seite der Auffahrt hat es besonders in sich. Was mir aber positiv auffällt ist, daß die Straße auf den Berg komplett neu asphaltiert ist. Nach 2,5 Stunden erreichen wir das Teleskopgelände der IAC. An der Einfahrt ein schönes Schild vorm Schranken, open 18:00-7:00. Der Schranken steht aber um 18:30 Uhr noch offen. Also was tun, reinfahren und Ärger haben oder draussen bleiben? Wir bleiben draussen und stellen fest, das das Türl dann eh erst um 20:30 Uhr geschlossen wird. Auf der Straße vorm Gelände hat sich nichts geändert, keine Parkbucht, kein Besucherzentrum, nichts, ein paar steinige Ausbuchtungen in der Straße. dort wird dann aufgebaut. Der 12er Dobson  steht zwar recht schnell, mit dem justieren komme ich nicht zurecht. Zweimal stelle ich nach und bin nicht zufrieden. Im Laufe der Arbeiten wird es dann plötzlich stockfinster. Die Milchstraße, der Sternenhimmel ist komplett frei, obwohl grad erst Wolkenfetzten darübergezogen sind. Dann kann es ja losgehen! Nun noch eine Überraschung - es ist extrem kalt! Die Temperatur fällt schnell fast bis zum Gefrierpunkt ab. Na Wahnsinn, wir haben blos Wanderjacken mit, hier wäre aber schweres Daunenzeugs vonnöten.

an der Abzweigung zum Gelände des IAC - Instituto de Astrofísica de Canarias

auf der Straße vor dem Teleskop-Gelände

20:50 Uhr die Vega dient mir zum justieren, tief unten im Süden blitzt es, Wetterleuchten auf den Kanaren.

erstes Objekt M 28 Kugelsternhaufen im Schützen, dann M 22 der große KS daneben, beide im XW 30 bei 50 fach.

Der Pegasus ist hier heroben glatt zu übersehen, im Herbstviereck gibt es eine Menge "neuer" Sterne zu sehen, so das man ihn glatt verkennt.

NGC 6441 - der Skorpionstachel liegt grad noch übern Horizont- der ganze Skorpion ist "liegend" der kleine KS ist nicht auflösbar

M 7 und M 6 beide bei 50fach

M 17 der Omeganebel jetzt mit dem XW 14 bei 107fach, wunderbar klar, die Schwanenform, ganz ohne Filter! fast wie am Glockner im 16" aber mit UHC Filter!

M 8 der Lagunennebel ganz scharfe Konturen am Riss bei 107fach

es ist eiskalt! Mit der dünnen Hose schepperts mich komplett durch, das beobachten wird zur Tortur.

Helixnebel - NGC 7293 auf den habe ich mich schon besonders gefreut - im XW30 bei 50fach, leicht gefunden, selbst im 8x50er Sucher ist er klar zu sehen,

dann im XW14 wohl sehr groß und kontrastreich, aber eher schwache Konturen, das seeing ist voll bemerkbar!

Also dieses Sternenscheppern und die Kälte, für das hätte kein Mensch hier ein Teleskop gebaut, das dürfte wohl eine der schlechteren Nächte hier heroben sein, ich kann mich die letzten zwei mal nur an maximal 12 Grad plus erinnern und einem seeing das wie gestanzte Bilder vom Mond geliefert hat.

M 31 die Andromedagalaxie, ach wie fein, was da alles noch zu sehen ist. Die Randbereiche der Galaxie zeigen doch einiges hier bei diesem dunklen Himmel.

Die Begleitgalaxie M 110 scheint im Raum zu schweben, so kontrastreich ist sie im Pentax XW 30er Okular.

M 33 die Triangulumgalaxie kommt hier aber nicht so wie im 16" am Glockner. Die Galaxie ist aber recht leicht einzustellen, selbst im Sucher erscheint sie als großer Fleck.

Am Jupiter findet gerade ein Monddurchgang statt, der Schatten und selbst der Mond sind fein zu sehen.

Trotz der hohen einsamen Lage des Roques wird es hier auch nicht absolut finster, die Milchstraße beleuchtet das Umfeld und am Autodach sieht man sehr schön mit der Hand den Schatten derselben.

Mir ist jetzt so derartig kalt, daß ich vor lauter Zittern kaum mehr was erkennen kann.

Günther hat seine Astrotracmontierung jetzt auf zwei Stunden Belichtung eingestellt so sitzen wir dann vor lauter Kälte im Auto, wo es sogar nach einer Stunde notwendig wird denn Motor laufen zu lassen.

Die Rückfahrt geht dann von 1:00 Uhr Nachts bis 3:30 früh über die Hauptstadt Santa Cruz. Im Hotel angekommen empfängt uns dann eine sehr warme Nachtluft

mit einem brillanten Orion mit extrem vielen Sternen im Hintergrund am Himmel.

Sonntag  23. Oktober 2011

Standort am Eingang zum San Antonio Vulkancenter, Temperatur 17 Grad, starker Wind 21:00 Uhr

Heute haben wir uns einen wärmeren Platz gesucht, nur 20min vom Hotel entfernt, eigentlich nur 500 Meter höher gelegen. Hinter uns die Ortschaft Fuencaliente, die Lichter stören wenig, nur ab und zu scheint ein Autoscheinwerfer herunter.

Die Milchstraße ist vom Perseus bis zur Skorpionstachel komplett frei, das aufstellen des Dobsons gelingt diesmal schon leichter, die Justierung von gestern scheint sich erhalten zu haben.

Wieder beginne ich im Skorpionstachel mit dem kleinen Kugelsternhaufen NGC 6441, hier schon etwas schwächer zu sehen, na klar wir sind auch 2.000 Höhenmeter tiefer.

Weiter gehts mit einer Tour durch die Schützenkanne, M 54 KS mit 2,5´, M 70 KS mit 3´, M 69 KS mit 2,5´und NGC 6624 mit 1´allesamt in der Kanne.

Meine zwei Lieblingskugelsternhaufen M 28 und M 22 an der Kannenspitze, M 22 fantastisch, die Wirkung ist hier eher wie ein offener Sternhaufen ,da der KS voll aufgelöst im XW 14 bei 107x ist.

NGC 6522 KS mit 1´und der offene Sternhaufen NGC 6520 sind meine nächsten Targets, dann KS NGC 6553 und NGC 6544 bis rauf zu M 8 dem Lagunennebel, dieser mit 50 fach im XW 30 diesmal mit dem UHC Filter, größe Nebelausläufer, wirkt auf einer Seite fast wie ein Ahornblatt auf mich.Trifidnebel M 20 im XW 30 einfach zu klein, von der Dreiteilung nur indirekt etwas zu sehen, schon besser bei 107x im XW 14 dafür habe ich hier aber keinen UHC Filter.

21:40 sehr starker Wind macht das beobachten nicht einfach, aber zumindest ist es heute wärmer, die Wanderjacken halten hier was sie versprechen.

Jupiter ist schon sehr hoch gestiegen, die Plejaden kommen gerade über den Horizont und der Steinbock steht majestätisch hoch im Süden. Selbst auf 500m Seehöhe kommt hier in La Palma Glocknerfeeling auf. Der Horizont ist absolut finster, kein Wunder dort ist ja auch nur der Atlantik.

M 16 der Adlernebel und M 17 der Schwanennebel, beide wunderbar in beiden zu Verfügung stehenden Okularen. Ich habe zwar noch das Naglerzoom 3-6mm mit, bei dem starken Wind ist es aber absolut sinnlos dieses einzusetzen. Am M 17 sehr schön das Schwammerl, auch der Schwan ist wieder ein Hit.

20:00 Uhr plötzlich geht unten beim Vulkancenter-Eingang das Licht an, das stört natürlich massiv! Es scheint so als ob irgendwas einen Sensor ausgelöst hat, oder ist da blos eine falsch eingestellte Zeitschaltuhr am Werk? Später verrücke ich dann den Dobson in den "Licht-Schatten" des Eingangshauses, zu dem Preis, daß dieser wieder dejustiert ist. Die Stangenklemmung ist einfach zu locker gewesen und ist beim weiterrücken rausgerutscht, schade.

Überhaupt habe ich so meine Probleme mit dem Reisedobson, mit dem 2" Okular wird er schwer kopflastig und bleibt überhaupt nicht mehr in der Position, der starke Wind tut sein übriges.

So jetzt ein großer Schwenk nach oben zum Cirrusnebel, NGC 6960-6992 mit dem XW 30 und dem OIII Filter sehr schön, der Sturmvogel und die Triangel, oder Skeletthand, so sagen sie? und dann noch der Halbbogen.

M 13 natürlich der muss auch dabei sein, die kleine Galaxie daneben etwas verschwommen im XW 14.

Im Süden steht Fomalhaut im südlichen Fisch recht hoch. M 72 KS im Steinbock 3´groß.

23:00 Uhr nochmal Jupiter der Wind hat jetzt schon fast Sturmstärke, an der Astrotrac macht es da auch nicht mehr viel Sinn zu fotografieren, somit beenden wir den Beobachtungsabend. Das Wetter hat dann am Montag Regen gebracht, Zeit sich etwas auszuruhen und die Insel zu erkunden.

Wir haben ja noch 10 Tage hier vor uns.

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