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Samstag 29. Oktober 2011 Roque de los Muchachos 19:30 Uhr

Unser Standort ist diesmal direkt unter dem Sozialgebäude des IACs, da kann keiner etwas dagegen haben, hier sind die Lichter die ganze Nacht über an.

Außerdem herrscht reger Autoverkehr am Gelände, dagegen sind wir mit unseren Rotlichtlampen ja nichts.

Die Sonne geht wunderschön in dem Wolkenband über dem Horizont unter. Ein prächtiges Farbenspiel, die Temperatur beträgt 10 Grad plus, leider sehr starker Wind. Das GTC und das Galileo sind bereits geöffnet, der Mond hell am Himmel, auch die Venus steht recht hoch. Der Mond zeigt am Terminator herrliche Kraterschatten in unserem Reisedobson.

20:15 Uhr noch immer sehr hell, wir schauen abwechselnd Venus, Mond und Jupiter, M 22, M 28 und M 13, der Wind lässt auch nach Sonnenuntergang nicht nach.

Zu unseren entsetzen hat der Mond ein großes Halo, Zirren und Dunst! Die Milchstraße leider diesmal wirklich milchig. Aber der Mond scheint ja immer noch hell wie ein Scheinwerfer, an deep sky ist da nicht zu denken.

h&chi, NGC7000 mit UHC-Filter bei 50fach, auch der Cresentnebel ist bei Mondlicht mit UHC aber ganz gut.

Endlich ist der Mond weg, aber der Wind bläst noch stärker, mittlerweile schätze ich an die 50km/h und die Böen noch stärker.

Der Ringnebel mit 107fach ist ein kläglicher Versuch, zu sehr zittert der Dobson auch Jupiter tanzt wie wild im Okular.

Barnards E ist bei 50fach schwierig, aber ok

M 11, M 2 und M 15 alle bei 50fach und 107fach, die Kugelsternhaufen gerade am Rand aufgelöst, zur Kontrolle noch mal M 13, ist aber auch nicht besser

Eine große Enttäuschung heute, die Himmelsqualität lässt immer mehr nach, ab 23:00 zieht der komplette Nord und Westhimmel zu,

schnell noch die Plejaden und den M 31. Ein Kantenstern des kleinen Wagens fehlt bereits, somit ist das Beobachtungsende gekommen.

Günthers Astrotrac läuft noch bis 1:00 Uhr, das Ergebnis ist aber auch hier nicht in Ordnung. Um 3:30 Uhr sind wir wieder im Hotel.

Tja, jetzt weis man wieso so viele Hobbyastronomen schlagartig aufhören (verkaufe alles).

Aber das muss man wegstecken, das Wetterrisiko auf solchen Astroreisen ist stets da.

Venus im Visier
Sonnenuntergang im Dobsonhut

Montag 31.Oktober 5:30 Uhr früh, Standort vor dem Schwimmingpools, direkt im Hotel, Beobachtungsinstrument Fujinon 10x50

Heute morgen hat mich Günther früh aus den Federn geholt, der Orion steht schon weit im Westen und der Löwe steigt gerade senkrecht zum Zenit hinauf. Ganz bequem in Badeschlapfen und kurzer Hose versuchen wir die Sternbilder des tieferen Südhimmels zu erkennen.

Wahnsinnig toll zu sehen - die Wintermilchstraße. Bis Preseus ist man es ja von zuhause gewohnt. Hier geht das Band aber direkt am Orion vorbei, über Monozerus-Einhorn fast bis zwei Handbreit über dem Horizont. Sensationell!

Das Sternbild Hydra-Wasserschlange und Puppis-Achterschiff sind für uns "Nordländer" schon ungewohnt. Da die Kanaren so weit im Westen liegen, wird es hier morgens erst recht spät hell, bis über 6:30 Uhr war es noch stockdunkel und erst um 8:30 Uhr ist es dann soweit - auf zum Frühstück!!

Montag 31.Oktober 2011  Standort am Vulkancenter San Antonio, 21:00 Uhr

Der Mond steht heute schon recht hoch, da stört diesmal auch die Festbeleuchtung des Kulturzentrums in Fuencaliente nicht. Auch unten am Eingang gehen wieder die Lichter an, die großen Scheinwerfer sind aber um 21:30 Uhr aus, der Mond geht um 23:30 unter und die Eingangslichter sieht man etwas weiter hinten auf der Straße auch nicht mehr. Ganz hinten an der Abzweigung wäre es diese Nacht aber nicht so günstig gewesen, da führt, mir scheint, ein "Alkohol-Schleichweg" vorbei. Da Morgen großer Feiertag ist bekommen wir gleich dreimal Besuch.

Ich beginne mit Albireo, Mond na so schlecht ist das ja gar nicht. Die Temperatur diesmal heiße 15 Grad, fast kein Wind, der Himmel ist komplett klar.

NGC 7479 Balkengalaxie im Pegasus, die hab ich erst letztens fotografiert, bei 50fach ganz gut zu erkennen.

NGC 7331 auch diese Galaxie ist trotz Mondlicht leicht zu finden.

NGC 7789 offener Sternhaufen in der Cassiopea, 15´groß, bei 50x und 107x

NGC 7000 50x mit UHC-Filter der kleine Orion und von dort direkt zur Bucht von Mexico

Es ist jetzt 23:30 Uhr alle Lichter sind weg auch der Mond ist malerisch im Meer versunken.

NGC 7331 nochmal und bei 107fach dann auch schwach das Stephansquintett

nochmal NGC 7479 auch diese ohne Mond etwas besser bei 107fach

IC 410 im Fuhrmann, gleich unter den zwei Dreiersternketten , hell dreieckige Form  IC 405 eher schwach

M 38 mit NGC 1907 offene Sternhaufen, schön auf einmal im Pentax XW 30 bei 50fach

M 1 der Krabbennebel bei 50x und 107x flächig, keine Strukturen, aber recht hell

M 35 offener Sternhaufen recht leicht zu finden am Zwillingshaxl oben bei 107x

Jupiter steht schon fast im Zenit, bei 107fach ist im unteren Band eine dunkle Struktur zu sehen

Cirrusnebel mit OIII-Filter sehr strukturiert bei 50 fach

M 42 der Orionnebel, wunderbar, extrem viele Strukturen rund um das Fischmaul, der ganze Nebel ringförmig auch der runningman-Nebel ist klar zu erkennen, beide Vergrößerungen 50fach und 107fach und mit den OIII und UHC Filtern

Flammennebel mit 50fach mit und ohne UHC-Filter, sogar die Baumstruktur ist da auszumachen

M 78 bei 50fach sehr hell in Halbmondform zu sehen

Hexenkopfnebel bei 50fach "detektiert"

Beobachtungsende ist erst um 3:00 Uhr früh, das Auto hat schon merkbar Tau angelegt. Am Dobson hatte ich keinerlei Feuchtigkeitsprobleme, wobei die Okulare bei Nichtbenutzung immer in die Jackentasche gewandert sind.

Um 3:30 sind wir wieder im Hotel und somit endet der astronomische Teil unseres Urlaubs.

Nachtrag