3. Astroexpedition zur Glockner-Hochalpenstraße

Von 9. -13. September 2010

 

Das dritte Mal in Folge ging’s für uns „auf in die Berge“, Marion und Günther Petz waren wie immer mit von der Partie.

Ausgerüstet mit 200kg Gepäck, also dem 16 Zoll Martinidobson und meiner Losmandy G11 Montierung samt 8“ Newton und Pentax 75,

war mein Auto schon recht voll gerammelt.

Der neue Wagen macht sich recht gut und ist nicht nur familienfreundlich,

auch all die Teleskope finden schön Platz.

Wobei ich den großen Dobson seitlich bei den Schiebetüren rausziehen kann, was sich bei nicht perfekten Bedingungen,

wo eben nur mal auf die schnelle schauen angesagt ist, voll bezahlt macht!

Übrigens, um beinahe vier Wochen später als im Vorjahr,

haben wir heuer unseren Astrourlaub geplant und damit wieder eine riesige Portion Wetterglück gehabt.

Der Augustneumond hat auf der Wallackhütte 40cm Schnee gebracht und alle Hobbyastronomen vertrieben.

Donnerstags war Anreisetag, am Hochtor empfingen mich aber die 3000er mit 2 Grad plus und Schneeregen, nicht besonders aufmunternd.

Das schlechte Wetter am ersten Tag war aber eigentlich ein Segen.

Mittlerweile weis ich ja über mein Unwohl sein am erstenTag hier heroben schon besser Bescheid.

Der Sauerstoff ist auf 2.300m schon um einiges weniger und ich reagiere darauf scheint besonders.

Gliederschmerzen und ein Gefühl wie nach einer durchzechten Nacht sind die Folge.

Erst nach zwei Nächten verschwindet das Phänomen dann bei mir.

Also haben wir es uns im Gastraum gemütlich gemacht und einige Dinge zur Bildbearbeitung besprochen.

Der Komfort auf der Wallackhütte ist schon was besonderes, man ist auf 2.304m Seehöhe und hat die volle Ausstattung wie in einem Hotel im Tal.

 

Freitag den 10. September 2010

Tagsüber haben wir uns in Heiligenblut herumgetrieben, dort schien die Sonne und schön warm war es auch.

(zwei Spitzenastronomen-da biegen sich die Bäume vor lachen)

Beim Abendessen wieder auf der Wallackhütte haben wir dann noch Matthias Juchert und Ronald Stoyan kennengelernt.

Beide sind visuelle Beobachter und in der Szene der Hobbyastronomen wohlbekannt.

Ronald hat uns gleich den neuesten Abdruck seiner Interstellarum Zeitschrift zum Begutachten geborgt, sozusagen wirklich druckfrisch.

Leider wollte der Himmel wieder nicht wirklich aufklaren, erst um 23:00 Uhr haben wir eine Chance gesehen und uns vor der Hütte platziert.

Die anderen sind auf die Edelweisspitze gegondelt, bzw. haben sich aufs Zimmer verzogen.

Verwegen wie wir sind, haben wir dann den 16“ Dobson aufgebaut und ab 23:15 Uhr versucht durch die rasend schnell ziehenden Wolken durch zu spechteln.

- wir werden die Sterne schon aus den Wolken "zwicken"

Am Besten gelingt das eher mit dem Feldstecher, wo mein guter stabilisierter Canon IS 15x50 beste Dienste geleistet hat.

Die Temperatur lag bei geschätzten 5 Grad, starker Wind hatte die Sache nicht gemütlicher gemacht.

Stark an die Hüttenwand gedrängt, mit dem Hochtor im Rücken war es aber zum Aushalten.

Im Süden war es um Jupiter immer wieder aufgeklart, wobei der Gasplanet schauderlichstes Seeing offenbarte, ein richtiger „Wasserfall“ lief über den Planeten.

Die Milchstraße war freisichtig immer wieder teilweise aufgeklart, ein wunderbarer Anblick.

Die Andromeda Galaxie war im Feldstecher perfekt, sogar M110 und M32 waren fein bei 15facher Vergrößerung zu erkennen.

Daneben die M33 Galaxie, ein großer milchiger Fleck im Feldstecher kaum zuübersehen, wirklich schön.

h&chi schon freisichtig ein alpines Spektakel und im Feldstecher dann wunderschön. Die Plejaden sind dann gegen Mitternacht aufgegangen,

der starke Wind wurde dann echt störend und kalt.

Übermütig versuchte ich dann noch den Kugelsternhaufen M22 im Schützen zu erhaschen, echt schwierig so zwischen den Wolkenfetzen.

Die Petzis knackten dann noch Bernards E mit dem Feldstecher. Von Lajos hatten wir ein 8x42 Testgerät mit und Günther besitzt noch einen 15x70er vom Wolfi.

Es war dann 0:15 Uhr, die Wolkenlücken wurden immer rarer. Immer wieder drückte es massiv vom Hochtor, also vom Norden her,Wolken herein.

Gegen 0:50 Uhr baute ich den Dobson ab, echt schade. Fotografisch wäre sowieso echt nichts gegangen, aber zumindest visuell hätte ich gerne mehr gemacht.

Im Süden funkelten die Sterne oft durch, man hätte in Südtirol sein müssen, dort wäre es besser gewesen. Hier war es dann sinnlos weiter zu machen, der Himmel war dicht,

Abbruch und ab ins warme Bett.

 

Samstag 11.September 2010

Tagsüber waren wir im sonnigen Zell am See, Ersatzbatterien für die Polsucherbeleuchtung kaufen und zu Mittag dann auf der Edelweisspitze zum leckeren Essen.

Nach wie vor standen viele Wolken über den Gipfeln, zwischendurch aber war es immer wieder sonnig und klar.

Schon ab 16:30 Uhr bauten wir unsere Geräte auf und um 19:00 Uhr gleich nach dem Abendessen waren wir bei ca. 3 Grad plus und noch immer starken Wind am Beobachtungsplatzl vor der Hütte.

Setup am ersten Fototag noch mit Taukappe

Übers Hochtor schoben sich ständig neue Wolken bis in den Zenit herein, der Süden und Westen war frei, aber Nord und Ost war zu.

Fürs einrichten der G11 Montierung hätte ich den Polarstern gebraucht und gerade der, war bedeckt.

Günther versuchte es mit einscheinern, ich beschloss aber abzuwarten bis der Himmel frei war.

Günthers Astrotrac mit der selbstgebauten Polhöhenwiege

Damit verschwand mir aber auch mein erstes Zielobjekt der Trifidnebel M20, bis es dann endlich komplett aufgeklart hatte und ich eingenordet

und das ganze Fotosystem kalibriert hatte, blieben mir nur mehr wenig Zeit bis zum Untergang von M20, leider.

kein Bild kann einen sternklaren Alpenhimmel wiedergeben......

für 6x5min ein sensationelles Ergebnis für die kurze Zeit, das Bild gefällt mir am besten von der ganzen Glocknerserie

Visuell startete ich gleichzeitig am Dobson um 20:45 Uhr mit M4 dem großen Kugelsternhaufen im Skorpion.

Mit dem Pentax XW30 Okular hatte ich meine Lieblingsvergrößerung von 60fach zur Verfügung, ganz selten nahm ich das XW 14 mit 128fach, zb. bei den Kugelsternhaufen.

Nur am Jupiter nahm ich 258 fach mit dem XW 7. Somit pendelte ich die ganze Nacht zwischen Dobson und der G11 mit dem Laptop hin und her.

Das war zwar nicht sehr„dunkeladaptionsfreundlich“ für die Augen, aber somit nutzte ich die Zeit in der die QHY 8 aufnahm wenigstens zum Beobachten.

Der neue Moonlite-Filterschieber mit dem 2"Astronomik-UHC und OIII Filtern arbeitete super, grad beim Lagunennebel M8 war´s mit UHC viel besser und mit OIII überhaupt super.

Beim Trifidnebel halfen die Filter dann nicht mehr soviel, ein bisschen der UHC.

Weiter zum Schwanennebel, bei 60 fach war perfekt die Schwanenform auszumachen.

Auch im Feldstecher bei 15fach, bilde ich mir ein, den Schwan gesehen zu haben.

Jupiter ging heute auch schon gut, das Seeing war um vieles besser als am Freitag.

Zum Spaß stellte ich noch den winzigen M80 Kugelsternhaufen beim Skorpion ein, mit 60fach gab das nicht viel her.

Zurück zur „Fotomaschine“ die Nachführung war mehr als rumpelig, die große Taukappe bot dem stürmisch aufböenden Wind zuviel Angriffsfläche, als runter damit.

Der Tau war dieses Jahr sowieso kein Thema, ganz minimalst war am Autoblech die Feuchte zu spüren.

Ganz im Gegenteil zum Vorjahr, wo das Tauwasser richtig am Teleskop runter geronnen ist.

Nach 6 x5 Minuten Belichtungszeit war Schluss mit dem Trifidnebel, er verschwand hinter den Bergen.

Ich habe dann auf den Helixnebel geschwenkt, auch so ein Objekt das Zuhause nur schwer machbar ist und hier doch ein bisschen höher und länger am Himmel steht.

Aber oh Schreck die Nachführungskalibration im Maxim wollte nicht.

Der Guidestern lief nur in die eine Richtung hin und her,bei der anderen bewegte sich nichts.

Das hat dann eine ganze Weile gedauert bis ich endlich die Calibrationtime der stehenden Richtung auf 15sec

erhöht habe, erst dann lief die G11 in gewohnter Weise.

Die Einzelframes des Helixnebels kamen aber sehr flau aus der Kamera, scheint doch ein großer Einfluss von Zirren und Feuchte da gewesen zu sein.

hier das Ergebnis 25x5min, mit der Tiefe bin ich zufieden, die Detailschärfe ist schlecht

Als nächstes hatte ich dann visuell den Cresentnebel gesucht und gefunden, sehr hilfreich dabei war wieder der Moonlite Filterschieber.

M13 der große Herkuleskugelsternhaufen gehört natürlich zum Pflichtprogramm, immer wieder faszinierend die kleine Galaxie NGC 6207 in der Nähe. Zuhause gibt’s so was nur fotografisch.

Der zweite schöne Kugelsternhaufen im Herkules M92 wurde eingestellt, alle beiden mit dem XW14 bei 128fach schön bis ins Zentrum aufgelöst.

Der Ringnebel in der Leier ging dann gleich mit der selben Vergrößerung, außen der helle Rand im Zentrum die Fläche etwas dunkler.

Oben in der Hütte ging in dieser Nacht mehrmals das Licht an, scheint ein Badezimmer zu sein, das fällt heuer schon sehr lästig auf.

Letztes Jahr waren wir ja Wochentags hier, da war es besser. Aber so ist es halt, der Komfort auch selbst jederzeit das Bad aufzusuchen zu können, muss eingerechnet sein.

So richtete ich den Dobson stark nach Süden, der Helixnebel visuell, war angesagt. Recht schwierig zu finden, obwohl er dochbeachtlich groß ist.

Am leichtesten fiel mir der Nebel indirekt gesehen im Sucher auf. Im XW 30 bei 60fach war es erst mit dem OIII Filter ein leichtes Spiel, ohne Filter ging wenig.

Wie jedes Jahr kamen Leute nächtens neugierig aus der Hütte spaziert und ich fragte dann immer sofort ob sie einen Blick durchs große Teleskop wagen wollen.

Die Fotografen und die richtigen deep sky visuell Leute sind an Vorführungen verständlicherweise nicht so interessiert, sind doch die klaren Nächte hier sehr rar und die Zeit am Glockner ist natürlich doppelt so teuer.

Für mich persönlich sehe ich das nicht so eng, was geht, geht und wichtiger scheint mir hier heroben die sogenannte Öffentlichkeitsarbeit,

weil wenn es leicht fallen soll einen Anfänger was zu zeigen,dann ist hier heroben der optimale Platz dazu!

So wurde dann mehrmals Cirrusnebel, Andromeda, Plejaden und M13 eingestellt, was mit einigen oh´s und ah´s prämiert wurde, fast hätte ich auf Jupiter vergessen,

aber da kamen die Hüttengäste selbst drauf, denn was ist das wohl für ein heller „Stern“ da oben im Süden?

Übrigens, Marion hat sich zur selben Zeit in der Gaststube aufgewärmt

und da kamen dann die Motorradfahrer die beim Dobson mit gespechtelt hatten rein und berichteten drinnen voll erstaunt:

" Da draussen ist einer mit einem soooon großen Ding und da sieht man was!!!"

Was uns heuer noch extrem auffiel, waren die vielen, vielen Sternschnuppen, das war ein echtes Feuerwerk.

Schuld daran sind sicher auch die neuen Outdoor-Sesseln von Marion und Günther. Die Dinger sind echt bequem und man kann sich in die Liegeposition schmeißen und auch etwas schnarchen,

denn na klar, wenn man viel raufschaut sieht man auch viel und vor allem Sternschnuppen.

Um die Sesseln bin ihnen echt neidig, aber nächstes mal hab ich sicher auch schon einen – die gibt’s eh beim Globetrotter.

Weiter ging’s zu NGC 7331 und dem Stephan´s Quintett.

Diese Galaxien waren leicht zu finden, nur beim „Pegasushaxn“ rauf,wobei die 4er Gruppe schon nur einen Hauch von Fleckerl darstellten. Ein nichts vom nichts, und deepsky Augenverrenkerei pur.

Ich weis schon das mit indirekten Sehen und dem zeichnen der Objekte viel, viel mehr aus 16“ rauszuholen sind, aber eigentlich machen wir nur „Genuss-Spechteln“,

Objekt einstellen ansehen, ist es schön, bravo -oder na ja da sieht man nicht so viel.

Ich denke mir, für jeden das seine und Hut ab vor den echten „Deepsky Beobachtern“  die da ewig lang ein Objekt zeichnen! Aber Hauptsache man schaut überhaupt rauf!

Mittlerweile war es 2:30 Uhr im Osten war schon eine Menge los, der Zwilling schon beachtlich hoch, da haben wir mal M35 mit NGC 2158 eingestellt.

Der große Orionnebel war einfach atemberaubend, voll geschlossen der Ring und Strukturen ohne Ende, fantastisch so ein alpiner Nachthimmel!

M36, 37 und 38 die ganze Aurigapalette an großen offenen Sternhaufen wurde abgeklappert.

Dann noch übermutig den Pferdekopfnebel gesucht, naja da is was, ein Fleckerl halt, höchstens indirekt, selbes mit dem Flammennebel das geht nicht gut.

Wir machten dann lieber M81 und M82, die beiden großen Galaxien waren schon beachtlich hoch gestiegen und im XW30 bei 60fach eine echte Freude anzusehen.

Karolines Nebel wie glitzernder Samt und h&chi einfach fantastisch.

Die Milchstraße neigte sich jetzt schon ganz schön nach Norden, läuft durch den Fuhrmann ganz leicht zu sehen, bis zum Horizont hinunter.

Obwohl, etwas schlechtere Durchsicht war diesmal schon, der Jupiter hatte ein leichtes Halo rundherum, also ganz perfekt war es nicht.

M33 hatte ich auch schon mal besser gesehen, die drei Arme waren vor drei Jahren direkt zu haben, diesmal war´s ein sehr diffuser„Brei“.

In den Morgenstunden habe ich noch die Plejaden mit der QHY8 aufgenommen.

20x5min Belichtungszeit-jede Menge an Artefakten und Halos

Matthias hat uns das Zodiakallicht erklärt, das Lichtdreieck stand mit Zentrum im beehive-cluster und war bis rauf zu den Zwillingen schön zusehen.

Mit dem Gegenschein war es nicht so einfach, der hätte beim unteren Fischkopf sein müssen, aber da stand zur Zeit mächtig dominierend Jupiter und hellte die Gegend auf.

Um 4:30 begann ich die Astrofotoausrüstung wegzuräumen, das war eine ganz schöne Plackerei, vor allem mit dem Daunengewand kam man schön ins schwitzen.

Die Wallackhauswirtin hat mir Gott sei Dank erlaubt, im Bieradies (die kleine Imbisshütte) ,meine Stromstecker anzuschließen,

so hab ich mir wenigstens die schweren Bleigel-Akkus erspart und nur die leichten Netzgeräte raus holen müssen.

Der große Dobson war dagegen atemberaubend schnell verstaut, klick klack und weg war er. 5:00 Uhr früh konnte ich nicht mehr, ab ins Bett.

Frühstück gibt’s leider nur bis 9:00 also viel Schlaf blieb uns nicht.

 

Sonntag der 12. September 2010

Der schönste Tag, herrliches Kaiserwetter, strahlender Sonnenschein und windstill,

viel Zeit auf den Almwiesen verbracht, was soll man da noch schreiben?

Zum Sonnenuntergang war dann schon alles aufgebaut, das G11 Stativ hatte ich tagsüber stehen gelassen, somit musste ich nicht neu einnorden.

Ein wenig Zweifel hatte ich schon, es war tagsüber auf der Hochalpenstraße ganz schön was los und ich hab gepennt, ob das Stativ da nicht Füße kriegt? Aber am Abend war noch alles da.

Um 20:00 Uhr hab ich mir den Venusuntergang im Dobson angesehen, ganz toll wie die Sichel in die Berge versinkt.

Leider ging es mit den südlichen Objekten wieder nicht, Zirren schoben sich justament mit Sonnenuntergang in den Südhimmel.

Somit hab ich dann eine Dunkelnebelregion im Adler eingestellt und laufen gelassen. Aber oh weh, am als Guidingrohr

missbrauchten Pentax 75, hat sich der Focus verstellt, anfangs dachte ich die Guidingcamera ist kaputt, aber in Wirklichkeitwar bloß der Auszug komplett rausgelaufen.

Das alles hat wieder einiges an Belichtungszeit gekostet, so sind sie die vielen Mühen der Astrofotografie.

das Bild wollte absolut nicht durchs Theli, somit habe ich es im DSS gestackt und die Farbe mit REGIM kalibriert, 17x10min sind wohl nicht viel , auch hier wieder die Halos

Jupiter steht heute ganz ruhig am Himmel, das Seeing ist gut bis sehr gut, an das fantastische Ergebnis von Vorjahr kommt es aber diesmal nicht heran.

Der Wind schläft komplett ein, somit kommt dasXW7 mit 258fach am Gasplaneten zum Einsatz.

Der rote Fleck, das fehlende Band und die Struktur in den Polregionen waren ein Leckerbissen für uns.

NGC 457 der ET Cluster - noch nie hat es mich so lange an dem offenen Sternhaufen gehalten wie diesmal.

Das machte scheint der dunkle Hintergrund aus, da leuchten selbst die kleinsten Sterne wahnsinnig.

Günther stellt IC 1805 den Herznebelkomplex ein, im UHC Filter sehr schön, auch mit OIII geht da was.

M 11 der Wildganshaufen im Schild auf der anderen Seite wurde schwupp di wupps eingestellt, die „händische Goto Version“ ist halt unschlagbar.

Der Dunkelnebel B111 tritt perfekt hervor. Auch Barnards „E“ / 142-3 im XW30 bei 60fach ist einfach ein Glanzstück dieser hochalpinen Nächte.

Um Mitternacht steht Jupiter sehr hoch am Südhimmel der GRF stand ziemlich in der Mitte. Zwei seiner 4 Galileischen Monde standen knapp übereinander,

fast wie ein Doppelstern und schön anzuschauen.

Wieder die Plejaden, der h&chi, Karolinesnebel noch mal, immer wieder M31,32 und 110 diese Nacht ist einfach perfekt!

Über dem Klagenfurter Becken hatten wir ein Lichtschwammerl, scheint so als ob die Feuchtigkeit da hinunter fällt und sich Hochnebel bildet.

Nach Mitternacht war es dann finster am Südhorizont. Die Temperatur schätze ich auf 5-6 Grad plus, eigentlich sehr angenehm für Mitte September!

Die Grenzgrößenbestimmung ist für mich sehr relativ, aber da waren schon eine Unzahl von unbekannten Sternen im Kleinen Wagen direkt zu sehen, das sagt dann doch schon einiges darüber aus. 

Gegen 2:00 Uhr früh bin ich dann fertig, ich muss Montags einige Stunden auf die Autobahn und da will ich nicht übertreiben.  

Marion und Günther blieben noch bis 4:00 Uhr früh, sie hatten ja noch zwei Wochen Urlaub in Vorarlberg angehängt,

im Westen kündigte sich eine Schlechtwetterfront mit leichten Blitzen an und um 5:00 Uhr früh war es dann wieder dicht.

 

Montag 7:30 Uhr früh

Draußen hat es 2 Grad und Schneeregen am Hochtor…………

Wir haben auch dieses Jahr wieder eine Riesenportion Wetterglück gehabt und vielleicht die einzigen zwei klaren Neumondnächte im August und September erwischt.

Schade das hier in den Alpen die Wolken so unberechenbar sind, oder vielleicht ganz gut so sonst hätten wir hinter der Wallackhütte wohl Teleskopjahrmarkt gehabt.

So ganz alleine gab es bloß Ärger mit einer Runde Kartenspieler im Gastraum die nicht schlafen gehen wollten.

Unsere Astrofreunde hatten Samstag ein unangenehmes Erlebnis mit einem, schien betrunkenen, Autorowdy, das ist halt der Preis für die angenehme Auffahrt hier herauf.

Ganz alleine ist man nie wirklich, ruhiger wäre es sicher auf der Eisentalhöhe an der Nockalmstraße, dort oben gibt’s aber keine Unterkunft.

Für mich waren es wieder wunderschöne fünf Tage mit meinen Teleskopen in den Bergen.

Ich habe 4 Objekte belichtet, mit eher kurzen Zeiten dafür mit tiefsten Hintergrundwerten und das ohne IDAS Filter.

Das Ziel war einmal außerhalb meiner Sternwarte zu fotografieren um ein Gefühl für meine Bedingungen im Ort zu bekommen.

Auch wenn die Bilder nicht an die sonst üblichen stundenlangen Belichtungszeiten herankommen, bin ich zufrieden.

Visuell waren die vielen Sternschnuppen heuer ein Highlight und vor allem die Dunkelnebel im Feldstecher haben es mir angetan.

Der Holzdobson mit dem billigen GSO Spiegel hat von mir wieder mal die absolute Empfehlung, an alle die sich eine größere Öffnung visuell leisten wollen!

Wir haben ihn so extrem schnell aufgebaut und justiert und genauso schnell wieder verstaut,

dann über den Almboden geschliffen (wenn ein anderer Standort besser erschien) das macht man sicher nicht mit einem anderen teureren Dobson.

Großen Dank noch an meine zwei Astrofreunde Marion und Günther,

ohne sie, also alleine wäre ich sicher nicht heraufgefahren

und die meisten Leute aus unseren Astroclub DSIG scheuen die Mühe und das Wetterrisiko, da bin ich echt glücklich so hartnäckige Sternenfreunde zu kennen.

Somit endet mein langer Bericht unserer 3. Hochalpenstraßen Astroexpedition und

fix ist, das wir im nächsten Jahr, wenn sich der Herbst ankündigt, wieder in die Berge aufbrechen werden !

cs

Martin Helm

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