Spechteln an der Großglockner Hochalpenstraße von 27. August bis 30. August 2008

Mittwoch 27. August 2008

Ich bin mit Marion und Günther Petz am Wallackhaus verabredet. Um 13:00 Uhr fahr ich in Wien vom Büro weg, durch einen kleinen Stau auf der Westautobahn (ein umgestürzter Autoanhänger hat Holzscheite gleich über alle Fahrspuren verteilt) und einen eher zäh laufenden Verkehr, komme ich erst gegen 18:00 Uhr am Großglockner an. Die Hochalpenstraße bis zum Wallackhaus geht dann eigentlich recht flott, trotzdem schlaucht die Fahrt mächtig.

Auf der Wallackhütte wird Quartier bezogen, ein Doppelzimmer mit WC und Dusche plus Balkon für mich ganz alleine, für diese Höhenlage (2.304m) wirklich sehr komfortabel. Dann gibt es Abendessen, die Speisekarte bietet Schnitzel und Pizza in allen Variationen, schnell noch einen Apfelstrudel und ab geht’s zum Sterne schauen.

Draußen an der Südseite der Hütte treffen wir einen guten Bekannten- Walter Koprolin, er ist schon ein richtiger "Glockner-Veteran" und ich denke auf seiner 10. Astroexpedition. Er ist für uns schon so was wie ein Vorbild. Auf der Wallackhütte trifft man natürlich auch eine Menge deutscher Astrofreunde, so ist es hinter der Hütte schon recht gesellig.

Ich bau meinen neuen 16 Zoll Dobson zusammen, wobei das gar nicht so einfach ist. Mein Kombi ist so dermaßen "bummvoll" gepackt,  das "Rausklezeln" der Ausrüstung ist ein echter Jammer. Günther baut seine Losmandy G11 Montierung zusammen  und als alle Teleskope fertig dastehen, ja da beginnt es zu regnen! Die Wolken, die bei meiner Auffahrt noch vereinzelt in den Gipfeln hingen, haben sich rasch verdichtet und begießen jetzt unsere kostbare Ausrüstung. Von einigen Flüchen begleitet machen wir einen Notabbau, was das Chaos in meinem Auto natürlich noch mehr erhöht. Nun was tun? Ohne viel zu zögern, beschließen wir es auf der "anderen Seite", also auf der Edelweisspitze zu probieren. Das Hochtor, oder besser die Bergkette darüber, sind eine sogenannte Wetterscheide, so hoffen wir mal das Beste. Auf der absolut nebelverhangenen Strecke verliere ich dann noch meine nicht ortskundigen Freunde, aber Gott sei Dank ist das One- Handynetz hier voll ausgebaut. Am Parkplatz auf der Edelweisspitze angekommen gibt’s dann wirklich einen teilweise klaren Himmel, und was für einen, wow!. So prächtig habe ich meine Sterne seit La Palma nicht mehr gesehen.

Am Parkplatz stehen nur ein paar Autos rum. Die Wegbeleuchtung zur Hütte stört mächtig, aber hinterm Aussichtsturm ist für uns noch ein finsteres Platzerl  frei.

Temperatur ca. 9 Grad plus, schwach windig, die Grenzgröße eher bei mag 6,3 , 22.00 Uhr. Wir sind scheinbar gerade noch an der Wolkenobergrenze angelangt , trotzdem zischen Nebelschwaden unglaublich schnell durch und machen den Himmel leider immer wieder komplett zu.

Aber wir sind hartnäckig und bauen trotz alledem den Dobson im Nebelsumpf auf. Ist ja egal, ob wir den Abend in der Hütte oder hier im Nebel verbringen. Wir unterhalten uns jedenfalls prächtig und hoffen auf das von BOLAM angesagte Wolkenloch an der Fuschertalseite. Und wirklich nach 1,5 Stunden werden wir dann mit einem komplett freien Himmel belohnt.
Lediglich am Südhorizont liegen die Wolken, Jupiter schaut gerade noch drüber, darunter ist es dicht. Günther baut dann auch unter unserer Anfeuerung seine G11 auf und versucht die Andromedagalaxie zu fotografieren, was ihm dann auch exzellent gelingt. Auch wenn zwischendurch immer wieder rasend schnell Nebelfetzen durchziehen, gelingen uns einige Beobachtungen. Gegen 2:30 Uhr früh wird es dann ganz stabil klar. Leider bin ich gegen 3:00 Uhr früh fix und fertig, fast 22 Stunden auf den Beinen, Firma, Autobahn und Notabbau am Wallackhaus sind zuviel. Temperatur mittlerweile nur mehr 5,5 Grad. Ich hab meine neue Daunenjacke und die Kamikboots an, somit ist mir noch recht warm, nur die Haube ist etwas zu dünn, Kapuze oder die dicke Winterhaube finde ich im chaotischen Autoinneren nicht. Nächste Nacht wird’s sicher geordneter werden! Die Rückfahrt gestaltet sich echt schwierig, die Autoscheiben sind innen und außen komplett "angelaufen" und dementsprechend "watschelnass". Die Klimaanlage schafft es erst am Fuschertörl die Sicht gänzlich frei zu kriegen. Beim Wallackhaus unten steht Walter und fotografiert, scheinbar hat es hier herüben auch aufgeklart. Ich hoffe, wir haben ihn mit unseren Scheinwerfern nicht so sehr gestört, aber ohne Licht fahren geht hier heroben absolut nicht.

Später erfuhren wir, dass es ab 3:00 Uhr früh klar wurde, da haben wir oben eben etwas mehr Sichtglück gehabt.  Zu den Beobachtungen im einzelnen:

Durch die immer wieder durchziehenden Wolken, fiel die Objektwahl gezwungenermaßen eher in Richtung Nord und Ost aus.

Erste ergatterte Messier Nummern

M 103 - mit 129x  sehr klar, viele Sterne, klassisch die dreieckige Form,

Perseus und Cassiopeia Region sind wolkenfrei

NGC 7789 - der sternreiche feine Haufen am Ende des Himmels W, bei 60x eher flach, oh nein, nur ein Nebelfetzen der durchzieht, also sehr klar, sehr, sehr viele Sterne, dicht fast fleckartig,

NGC 281 - der Pacman, die Form erkennbar, jedoch schwach trotz 16" und 2.500m Seehöhe,

der UHC-Filter, ja der steckt irgendwo in einer der Kisten, leider.

Anstatt jetzt großartig nach Ausrüstungsteilen zu suchen, beschließe ich lieber weiter zu wurschteln, wer weis, ob es nicht wieder zuzieht?

M33 - die Triangulumgalaxie, bei 60x eine Wucht, 3 Spiralarme direkt zu sehen, links, rechts und im Okular oben. Die Galaxie ist selbst im Feldstecher bei 15x locker zu finden!

M31,32,110 - Andromedagalaxie, ein Fixobjekt aller alpinen "Sternspechtler".

Also, 60x, wunderschön, voll zum Abfahren, ich mein im Okular, selbst die NGC 206 Sternwolke am südlichen Ende ist wunderbar zu sehen. Ja, das ist hochalpine Beobachtung!  Im Feldstecher sehr klar, gut, M 32 bleibt aber hier unentdeckt.

Später zeige ich M 31 einem bayrischen Gast, der aus der Edelweishütte daherspaziert und plötzlich zu uns stößt. Er zeigt sich sehr vom 16 Zoll GSO - Spiegel angetan.

M 57 - der Ringnebel, 129x und 258x, der Zentralstern direkt geht nicht, die feuchte Luft?

Jetzt ist es 23:30 Uhr, der Himmel klart fast komplett auf, ein Spektakel!

NGC 6960 - Cirrusnebel, der Sturmvogel bei 60x, wunderschön, die "spitze Seite" zeigt sich besser, die geteilte "Schwanzseite" ist aber auch fein zu erkennen.

NGC 6992,6995 - die Ostseite des Cirrus, 60x, der Halbbogen gut zu sehen, etwas Struktur auch ohne diverser Filter

M27 - der Hantelnebel, 129x voll plastisch, fantastisch

M71 - Kugelsternhaufen im Pfeil, 129x, Wahnsinn diese vielen Sterne und der schwarze Himmel

M13 - Herkules Kugelsternhaufen, 129x, so toll hab ich dieses Objekt noch nie gesehen, wunderbar viele Sterne, bis hinein in die Mitte!

M92 - 2.Herkules Kugelsternhaufen, 129x, etwas kleiner, aufgelöst, feine Sterne

Mit den Vergrößerungen 60x und 129x bleiben die Sterne schön punktförmig im Okular. Bei 258x fordert der Spiegel schon etwas Tribut, die Sterne sind nicht mehr so gestochen scharf, aber das habe ich in einem 18 Zoll Obsession auch schon gesehen, das dürfte generell bei den großen Spiegeln so sein. So durch die Wolkenlücken zu beobachten bringt natürlich eine gewisse "Hudlerei" mit sich, und so klappert man halt gierig ein Objekt nach dem anderen ab.

Aber was soll´s, es ist halt der erste Ausflug mit dem neuen 16 Zoll Dobson in hochalpine Regionen und die Fotomontierung hab ich ja auch noch mit, also Tempo!

So weiter, aber hoppla, was ist das da? Tau! Tau am Sucher, am Okular und am Fangspiegel. Mit dem 12 Volt Fön wird das Ärgernis weggeblasen - weiter! Oh je, schon wieder zugezogen, nebelig!? Hopp schon wieder klar! So ähnlich kämpfen wir uns durch die Nacht!

h & chi - der Doppelsternhaufen 258x der Hintergrund tief schwarz, die Sterne extra hell,

M 74 - Galaxie in "Draufsicht", 129x, zu finden in der Verlängerung der "Widderachse", schwach, eher großer Fleck,

Das Sternbild Steinbock steht jetzt wunderbar, wie im Lehrbuch gestanzt am Himmel!

Die Fische sind nicht so klar und toll wie ich sie von La Palma kenne. Dort waren sie auf 500m Seehöhe für mich extrem hoch und perfekt zu erkennen.

Barnard 142 und 143 - 3teiliger Dunkelnebel beim Adlerstern Altair, ein Highlight dieser Nacht! Bei 60x durch die irrsinnig vielen Sterne der Milchstraße und dann wie ein Tintenklecks der Dunkelnebel, wow!

NGC 6804 - planetarischer Nebel neben Altair, 129x, ein kleines "Fuzerl"!

NGC 6781 - feiner planetarischer Nebel, "snowglow nebula", schöner, größer als der Vorige

NGC 7293 - der Helixnebel, 60x, groß, hell, aber nicht so fantastisch wie in La Palma auf 2.500m im 3" Refraktor! (Deklination ist scheinbar alles!), beide ohne Filter

M45 - die Plejaden, jetzt 82x, einfach schön!

M 30 - kleiner Kugelsternhaufen neben Steinbock, 82x, eher hell

M81 und M82 - die zwei Galaxien sind nördlich auf ihrer Reise um Polaris auch schon höher gestiegen, 82x, sehr klar

NGC 6503 - Galaxie im Drachen, 82x, klein, schwach, länglich

NGC 6543 - der Katzenaugennebel, ein schwacher Fleck,

wobei ich mir nicht 100% sicher bin ihn gefunden zu haben.

Ziemlich müde geben wir schließlich auf. Aber wir haben eine beachtliche Liste von Objekten geschafft. Sicher, viel Zeit um jedes Detail mit verschiedenen Vergrößerungen zu sehen blieb uns nicht, trotzdem war ich zufrieden. Wer weis, wie es mit dem Wetter weitergehen wird?

Donnerstag 28. August 2008
Der Tag beginnt, als ob es nie etwas anderes als Sonnenschein gegeben hätte. Bei Kaiserwetter "bezwingen" wir die Kaiser-Franz-Josef-Höhe und entdecken einen wunderschönen Wasserfall. Nachmittags schaffe ich es 3,5 Stunden zu schlafen und bin somit etwas munterer als gestern.

Und wie könnte es anders sein -  abends beginnt es zu regnen! So bleiben wir eben beim Abendessen sitzen und erzählen uns Astronomengarn (mindestens drei Zentralsterne im Ringnebel, wirklich!?!).

Um 22:00 Uhr endet die Runde, ich gehe routinemäßig noch vors Haus und Wahnsinn Richtung Süden hat es aufgeklart! Jetzt aber flott! Schnell aufs Zimmer meine Jacken holen und danach den Dobson aufgebaut. Der Himmel ist vom Zenit bis zum Südhorizont frei. Also genau die Region, die mir zuhause wegen des Wiener Lichtdoms verwehrt ist. Für Astrofotografie schaut es aber wegen fehlendem Polaris nicht so gut aus. Es wäre zwar möglich mit Scheinern die Polausrichtung zu schaffen, allerdings ziehen immer wieder Wolken übers Hochtor nach, wer weis, ob es klar bleibt? Günther lässt somit heute seine Montierung im Wagen und wir versuchen uns beide am 16er.

Es ist windig, ca. 10 Grad plus, keine Spur von Tau, mag 6,5.

Die südliche  Milchstraße ist wunderbar strukturiert, von der Teilung im Schwan weg bis knapp übern Horizont fein zu sehen. Die kleine Lagunennebelwolke steht wunderbar freisichtig zu erkennen über der Schützen Kaffeekanne.

M 8 - der Lagunennebel, 60fach am Pentax XW 30, schön der Riss, hell die Stundenglassregion, später dann mit dem UHC Filter, stark strukturiert, toll,

Heute sind schon einige Beobachter mehr am Platz, einige Male bekommen wir Gäste, ich freue mich über die Zustimmung zu meinen GSO 16".

M 28 - der kleine Kugelsternhaufen an der "teapott-Spitze", 129x, schwer auflösbar,

M 22 " recht großer Kugelsternhaufen an der linken Seite des teapotts, 129x , ähnlich wunderbar wie M13 im 10"

Einige kleine Kugelsternhaufen tummeln sich hier im Schützen:

M 54 - ein kleines "wuzi Kugerlhauferl" am linken Fuß der Kanne, 129x, nicht auflösbar

NGC 6544 - Kugelsternhaufen im Schützen, 129x

NGC 6543 - detto, etwa doppelt so groß wie voriger, bei 129fach im Pentax XW 14

So jetzt geht’s aufwärts

M 20 - der Trifidnebel, 60fach im XW 30, die Dreiteilung direkt sichtbar, mit dem UHC- Filter eindeutig die dunklen Schläuche zu sehen, der Reflexionsnebel recht gut sichtbar, mit dem Filter vor allem viel besserer Kontrast.

M 21 - offener Sternhaufen gleich beim Trifidnebel, 129fach, diese Objekte sind ganz leicht mit dem 50mm Sucher zu finden

M 55 - Kugelsternhaufen östlich der Kanne, Günther findet ihn mit dem Feldstecher 15 x 70, recht groß, bei 60x

M 75 - nächster Kugelsternhaufen beim Steinbock, klein, anfangs vertausche ich ihn mit M 55, später klärt sich der Irrtum.

M 17 - der Schwanen- oder Omeganebel, ein kleines Highlight dieser Nacht, sieht mit UHC bei 129x wie ein Schwan aus, bei 82fach im Nagler 22 schön der Kopf oder das Omega, rechts im Okular der Körper

M 16 - Adlernebel, nächstes Highlight, wie ein liegendes Schwammerl, dieser Nebel gehört schon zur Schlange "Serpens", wunderbar im UHC mit diversen Vergrößerungen,60x,82x,129x,258x,

NGC 6960 - Cirrus - Firebird, 82fach, heute viel besser als gestern, vor allem gibt der UHC- und OIII - Filter einiges her! Die "Schwanzseite" schön strukturiert, zwischen Ost- und Westteil kommt die Triangel schön heraus.

NGC 6992, NGC 6995 - atemberaubende Teile sind in der Mitte des Halbbogens zu erkennen, die beste persönliche Sichtung !

Barnard 142/3 - Dunkelnebel, 60fach nicht mehr so beeindruckend wie gestern, etwas heller

Ja im Süden bleibt es klar, lediglich vom Norden ziehen ständig Wolken rüber, die sich dann erstaunlicherweise völlig auflösen!

M 2 - Kugelsternhaufen im Wassermann, 258fach, voll aufgelöst

M 15- noch größerer Kugelsternhaufen im Pegasus, 258fach, fein

Zur Objektsuche verwende ich standardmäßig mein Pentax XW 30, das Okular zeigt keine Koma im Randbereich, bietet viel Feld und mit der seitlichen Abschattung komm ich spielend zurecht.

M 13 - den Herkuleskugelsternhaufen kann ich fast nie auslassen, 258fach,  toll, auch die kleine Galaxie in der Nähe, einfach schön.

Gegen Ende der Beobachtung ziehe ich mein superschnelles "Hand-Goto" zu M31,32,110 - Andromedagalaxie, 60fach hell, 82fach mit etwas besseren Hintergrund, sehr fein.

Marion und die meisten deutschen Sternenfreunde schlafen längst, nur Günther und ich kämpfen uns weiter durch die Objekte.

Für mich als Dobsonaut war die Nacht ein voller Erfolg, obwohl nur oder gerade deshalb, der südliche Teil des Himmels klar war. So eine schöne Reise durch das Sternbild Schütze bleibt mir zuhause in meiner Sternwarte leider immer verwehrt. Gegen 2:30 Uhr packt uns "Hackler" dann doch der große Schlaf, super heute müssen wir uns nur ins Haus trollen!

 

Freitag 29. August 2008

Wieder beginnt der Tag mit Sonnenschein! Nach dem Frühstück, welches auf der Wallackhütte leider nur von 7:30 bis 9:00 Uhr serviert wird, kümmere ich mich um meinen Opel. Die "Kraxn" hat ein 6-Gang Automatikgetriebe, und das hat mir gestern einiges an Kopfzerbrechen gemacht. Was ist passiert? Nun, starten, Gas geben und nix! Die Mühle rollt nur ganz langsam dahin, gleich nach 50 Meter gibt’s einen Ruck und alles funkt wie gehabt. Hab ich das Lernprogramm meines Getriebes mit den rasanten Bergfahrten irritiert? Egal, mein Opel fährt wieder und heute schauen wir uns die Edelweisspitze bei Tageslicht an.
Das Essen auf der Edelweishütte ist wirklich extra lecker, zumindest was wir genossen haben. Aber das Klo am Gang und die Dusche im Keller, denke ich, ist nur was für Burschen, vielleicht ein anderes mal?
Zurück in der Luxus-Wallack gibt’s wieder den obligatorischen Nachmittagsschlaf und dann eine kurze Wanderung runter zum Bach bei traumhaften Spätsommerwetter.
Für heute Abend lauten die Wetterprognosen absolut negativ. Ich hab telefonisch meine Frau um alle Wetter-Internetseiten sekkiert, auch die Freunde versuchen alle meteorologischen Kontakte spielen zu lassen, aber es nützt nichts, heute Nacht ist es bewölkt, lautet die Vorhersage!
Nun wir hatten jetzt zwei Tage hintereinander zuerst Regen, dann Sternenhimmel. Trotz der schlechten Wetterprognose bauen wir jedoch an diesem Abend wieder auf!!! Und wenn es nur eine Übung ist, alles muss raus! Die Celestron CAM auf dem Berlebach, der Orion ED 100, der Pentax 75 drauf und die modifizierte EOS 300 hintendran. Daneben der Martini Dobson mit dem 16 Zoll GSO Spiegel und den Antares Lambda 1/20 Fangspiegel - alles wird bei Wolken aufgebaut.

UUUNNNDDD ???

Kaum war ich fertig, rissen die Wolken komplett, wirklich komplett auf und gaben unseren besten Alpensternhimmel frei!!  (Meteorologie ist eine feine Sache?? Nicht wahr?)

Und dann, ja dann war auf der Südseite der Wallackhütte schon ganz schön was los. Walter war heute auch da und hat dann nur mehr einen Platz an der Westseite ergattert, was ja nicht so schlecht wäre, wenn nicht die vorbeifahrenden Autos blenden würden.

An Walters Stammplatz steht ein Auto, welches keinem unserer Sternenfreunde gehört, echt ärgerlich. Günther und ich haben zwar ein Plätzchen nahe der Hütte, aber das Ganglicht stört bei unseren Beobachtungen. Ich denke so an die 10 Sternespechtler werden schon da gewesen sein.

Sehr erfreut war ich über einen unter 20ig jährigen süddeutschen Schüler mit einem 10" GSO. So was ist unter den meist grauhaarigen Hobbyastronomen schon schwer die Ausnahme! Respekt! Als ich unter zwanzig war, habe ich mich hauptsächlich für unter zwanzigjährige weibliche Artgenossen interessiert, aber Spaß beiseite.

Also heute Nacht versuche ich mich an Astrofotos und "spechtle" gleichzeitig durch das Dobson. Richtig gelingen tut mir leider kein einziges Bild, das Problem waren meine 2 übereinander gesattelten Teleskope. Die ersten 90 Minuten versuche ich mich am Cirrus- Ostteil. Die Verbindung ist so eng, dass ich die Canon EOS maximal um 45 Grad verdrehen konnte. Für dieses Objekt hätte ich aber den Chip hochkant gebraucht. Als zweites versuche ich den Adlernebel und da waren dann leider starke Windböen, die die CAM nicht vertragen hat, diese waren Schuld am schlechten Ergebnis und vorzeitigen Abbruch.

Hier noch meine diesmal nicht kommentierte Objektliste, mitschreiben wäre nicht mehr gegangen, für nächstes Mal werde ich mir wohl ein Diktiergerät besorgen.

M 69 und M 70 beide kleine Kugelsternhaufen im Schützen

M 6 Schmetterling-Sternhaufen im Skorpion

M 24 eine Sternwolke alles im Schützen

h & chi

M 31, M 13, M 27 mit OIII und UHC, M 17 und M 16 detto, Cirrusteile, NGC 281,

M 33, M 103, M 52, NGC 457, NGC 7789, M 51, M 101 - grad noch sehr schwach,

M 15, M 11 und die Plejaden.

Ein gelungener Ausflug auf über 2.300 Meter Seehöhe, trotz Wetterlotterie.

Zumindest visuell genau das, was ich mir vorgestellt habe.

Ich hoffe schwer auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

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