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Herbstnacht in Schrick
Samstag 13.Oktober 2007
Beobachtungsnacht in Schrick, 19:15  bis 0:14 Uhr, 4 Grad bis -0,5Grad Celsius, windstill, mag 5,5, 
Die erste frostige Nacht im heurigen Herbst,  wir treffen uns in Schrick zum gemeinsamen Sternderlschauen. Ich bin als erster am Platz und versuche den Kometen  C/2007 F1 (LONEOS) zu erspechteln. Aber leider, mit dem Canon IS 15x50 Feldstecher kann ich nichts vom Kometen entdecken.
Es bricht eine traumhafte, vom letzten Regen aufgeklarte Nacht an. Ich hab meinen 10" Galaxy Dobson mit und den Pentax 75 SDHF Refraktor mit. Diesen möchte ich heute visuell testen, vor allen Dingen, weil er als Reiseteleskop für meinen im November geplanten La Palma Familienurlaub dienen soll. Für mich stellt sich heute die Frage, um wie viel besser als der stabilisierte Canon Feldstecher ist der Pentax auf einem ganz normalen Fotostativ zu händeln. Beides geht ja nicht in mein Reisegepäck - mal sehen. Der Jupiter mit dem XW 7, daher mit 71facher Vergrößerung, steht heuer schon viel zu tief, aber ich probier es und schön sind die 4 Monde trotzdem anzusehen.
Marion und Günther Petz, Howdii, Dieter Beer,  Daniel und Martin Springinklee kommen nach und nach die Straße zu unserem Platzl runter. Insgesamt 7 Personen mit 5 Teleskopen, eine ganz schöne Teleskop - Party fürs Weinviertel! 
Die Milchstraße ist, wie immer hier in Schrick, ungewöhnlich weit hinunter zu sehen, ich probiere M8 im Schütze am Pentax. Dabei stell ich fest, das ich mein absolutes Top Okular, das Pentax XW14, vergessen habe! Schöne Bescherung, sowohl am 10" als auch am 75er Röhrl wäre das 14er ein guter deal gewesen. Was soll´s ich hab noch die TS-WA´s 10,15,20 und das Pentax XW 7 und das Pentax XW 30 mit, damit werde ich wohl einen Kompromiss finden. Also, M13 - mit dem TS-WA15 ist der Rand des Herkuleskugelsternhaufens aufgelöst, das funktioniert mit dem Feldstecher bei weiten nicht!
Howdii erzählt uns viel über seine neue  Dobsonfertigung. Der WAA (Wiener Arbeitsgemeinschaft fuer  Astronomie) hat bei ihm einen 25 Zöller geordert, der gerade entsteht. So wie ich (bei meinen Selbstbau Teleskopschellen), ist er bei den Multiplex-Birke Preisen voll vor den Kopf gestoßen worden. Es ist ein Wahnsinn was da für ein Stückl Holz verlangt wird. Auch sein Spiegellieferant aus den USA hat noch Lieferverzögerungen. Howdii erzählt von einem 17 Zoll Dobson mit "leiterfreier" Einblickmöglichkeit den er fertigen wird. Das wäre wohl das endgültige Teleskop für mich,  ich fang dann schon mal zum sparen an.....  Er hat übrigens die Beobachtungsliste der Oberleiser Sternfreunde vor, welche ich gleich übernehme.
M71 Kugelsternhaufen im Pfeil- im 10" Dobson mit 42fach recht klein, aber zum Auflösen. Im Pentax 75 bei 33fach auch nicht schlecht.
M11 der Wildganshaufen im Schild sehr schön, voll auflösbar mit nur 42fach am 10 Zoll, im Pentax 75 muss 83fach herhalten um ähnliches zu zeigen.
M15 der Pegasuskugelsternhaufen geht nicht so toll wie der M13, vor allem im Pentax 75 bleibt es ein kleiner Schneeball.
M2 Kugelsternhaufen im Wassermann ist noch etwas kleiner, im 10" geht da noch was, im 75er Refraktor ist da nichts mehr zu erkennen.
Und zum Schluß der M27 Hantelnebel, auch kein optimales visuelles Objekt für den Pentax 75. Ich schwenk mit dem 10"Dobson noch zur kleinen Hantel M76, die Form eines angebissenen Apfels ist schön zu erkennen.
Günther und Dieter sind wieder einmal mit Fotografieren voll beschäfigt, jeder der beiden versucht die Canon EOS 350 an seiner 10Zoll Optik, da ist schon einiges zum "kiefeln". Marion spechtelt deswegen bei mir mit.
Die große Andromedagalaxie ist heute eine Wucht! Die Spiralarme sind im Dobson mit dem Pentax XW30 wunderbar zum entlangfahren, M32 und M110, die zwei Begleitgalaxien "springen" einen richtig an - ein Traum.
Nun kommen zwei schwache Galaxien aufs Programm. M74, in den Fischen, zu finden, ein schwacher Fleck im 10", M77 im Cetus, finde ich leider nicht - steht scheinbar zu tief am Osthorizont. M74 kann ich später noch in Howdiis 5,7 Zoll Maksutov-Newton von Peter Ceravolo begutachten, wirklich ein beeindruckend scharf abbildendes Gerät!
Sehr oft muss ich den Fön zur Hand nehmen, die kleinen TS-WA Okulare tauen schon durch meinen Atem zu. Auch der Pentax 75 taut trotz Taukappe mehrmals zu. Howdii erklärt den Frühlingspunkt unterm Pegasusviereck, links vom Fischkopf gelegen und wie man die Sternzeit am Stern Beta Kassiopeia abliest. Nun, die Uhr am Nordhimmel funktioniert mit dem Polarstern als Drehpunkt (eh klar) und dem rechten Stern im W der Kassiopeia. Das Ziffernblatt hat aber 24 Stunden und die Uhr läuft verkehrt herum! Also, steht Beta überm Polar ist es Null Uhr, steht der Stern links davon ist es 6 Uhr, unten ist es 12:00 Uhr und rechts daher 18:00 Uhr Sternzeit. Ist zwar nicht supergenau aber ein Anhaltspunkt allemal!
Am 10er Dobson hatte ich heute Nachmittag versucht den Offset einzustellen, zwei Beilagscheiben am Spider vis a vis vom Auszug und drei beim Fangspiegel Richtung Hauptsspiegel sollen passen. Zufrieden bin ich aber mit der Optik jetzt nicht, mit dem Pentax XW 7 Okular kommen keine punktförmigen Sterne mehr zusammen. Die Qualität des GSO Spiegels, im Vergleich zu meinen 8" Orion-UK Optik mit 1/8 Lambda  wave, ist halt ein großer Schritt nach unten. Der Orion bildet bei dieser Vergrößerung viel feinere Sterne ab.
Weiter gehts zur Kassiopeia mit dem 10 Zoll: NGC 7789 auch Karolines Nebel genannt, ein Sternhaufen mit sehr, sehr vielen feinen Sternen, NGC 457 der "ET-Cluster" schaut a bissl wie ein "Manderl" aus, bei 83fach sehr schön. (eigentlich sollte es einer Eule ähneln, die Augen sind die zwei hellen Sterne im Süden, der Rest der Sterne bildet Körper und Flügel)
Ich versuche NGC 7000, den Nordamerikanebel, freiäugig zu erspähen, was mir aber nicht 100prozentig gelingt. Bei solchen grenzwertigen Beobachtungen bildet man sich leicht Dinge zu sehen ein, die dann doch nicht sichtbar sind. Die Milchstraße ist im Zenit sehr schön strukturiert. Ich freu mich schon auf La Palma, dort gehts bis zum "Anschlag" runter und die Milchstraße beleuchtet die unten liegende Wolkenoberseite.
Mit dem Canon IS 15x50 besuche ich noch den Zwillingshaufen M35-schwach aber recht groß-28´, die Plejaden stehen auch schon hoch - sehr schön in diesem Glas. Der Orion liegt am Osthorizont und steigt rasch höher. Ein Kontrollblick zum M42, ja das wird bald fein zu sehen sein - der Winter ist im kommen - Eis an den Teleskopen und auf den Autodächern. Ich denk ans Abbauen - das Telradfensterl voll vereist, der große Wagen schippert am Nordhoriziont entlang, man muss wissen wenn Schluss ist mit dem Spechteln. Bei meinen Wagen ist die Windschutzscheibe durch die offene Heckklappe, innen ganz vereist.
Eine gewaltige Schricker Nacht - hier noch ein Bild : Perseus und Kassiopeia vorm Refraktor, in der Mitte der Doppelsternhaufen h + chi